Worum es uns geht
Beim Club am Marienberg soll Hockey vor allem eines sein: ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche gern sind, sich sicher fühlen und sich frei entwickeln können. Sportliche Ziele sind uns wichtig, aber sie stehen nie über dem Wohl der jungen Menschen, die uns anvertraut sind.
Dieses Schutzkonzept hält fest, wie wir mit dieser Verantwortung umgehen. Es beschreibt unsere Haltung, benennt klare Regeln für alle, die mit Kindern arbeiten, und legt fest, was passiert, wenn es doch einmal einen Verdacht gibt. Wir verstehen das Dokument nicht als abgeschlossen, sondern als einen ersten Schritt, den wir mit wachsender Erfahrung weiterentwickeln.
Für wen es gilt
Das Konzept gilt für alle Kinder und Jugendlichen im Alter von etwa 3–18 Jahren in unserer Hockeyabteilung – für Mädchen wie Jungen, unabhängig von Herkunft, Religion oder körperlichen und geistigen Voraussetzungen. Verbindlich ist es zugleich für alle, die mit ihnen zu tun haben: Trainer:innen, Betreuer:innen und alle weiteren Aktiven im Verein.
Wo im Hockeyalltag Risiken liegen
Damit wir vorbeugen können, benennen wir offen, wo im normalen Trainings- und Spielbetrieb heikle Situationen entstehen können:
Zwischen Trainer:innen und Kindern gibt es zwangsläufig Nähe – beim Korrigieren von Bewegungen, in Umkleiden, in der Anspannung bei Wettkämpfen. Dazu kommt ein natürliches Gefälle: Trainer:innen sind Vorbilder und Autoritätspersonen, und dieses Vertrauensverhältnis kann missbraucht werden. Besonders sensibel sind Auswärtsfahrten, Turniere und Übernachtungen, weil hier der gewohnte Rahmen wegfällt. Und schließlich entstehen Probleme oft dort, wo Beteiligte gar nicht auf Warnsignale achten – etwa bei Ausgrenzung, Mobbing im Chat oder abwertendem Verhalten. Wer diese Punkte kennt, kann früher gegensteuern.
Unsere Haltung
Ein paar Grundüberzeugungen leiten uns im Umgang mit Kindern:
Jedes Kind hat ein Recht auf körperliche und seelische Unversehrtheit – ausnahmslos und zu jeder Zeit. Wir nehmen die Würde und die Persönlichkeit jedes Kindes ernst und achten seine persönlichen Grenzen, sei es beim Thema Nähe und Distanz, sei es bei Scham und Intimsphäre oder bei den sportlichen Grenzen. Wir trauen Kindern zu, ihre eigenen Grenzen zu spüren und auszusprechen, und wir bestärken sie darin. Wir fördern Mitsprache und zugleich Anpassung in die Gruppe – unsere CaM-Familie.
Klare Regeln für Trainer:innen und Betreuer:innen
Damit aus Nähe keine Übergriffigkeit wird, gelten verbindliche Regeln. Alle, die mit Kindern arbeiten, kennen sie und halten sich daran.
Umkleide, Dusche, Körperkontakt
- Erwachsene duschen nicht gemeinsam mit Kindern (Ausnahme: Jugendspieler bei Teilnahme in der Altersklasse der Erwachsenen)
- Umkleiden betreten Betreuende nur angekündigt, nie unangemeldet.
- Körperkontakt beschränkt sich im Wesentlichen auf das, was die Sportart tatsächlich verlangt (etwa eine Hilfestellung). Auch Abklatschen oder kurze Umarmungen z.B. nach gewonnenen – oder gerade nach verlorenen Spielen gehören für uns dazu – jedoch nur, wenn das Kind dies möchte.
Fahrten und Übernachtungen
- Mannschaften werden möglichst auch von Betreuenden desselben Geschlechts begleitet.
- Bei Veranstaltungen mit Übernachtungen teilen Erwachsene sich kein Zimmer mit Kindern.
- Nimmt jemand ein einzelnes Kind im privaten Auto mit, geschieht das nur nach vorheriger Absprache mit den Eltern.
Nähe und Kommunikation
- Einzeltraining findet nur statt, wenn Dritte hinzukommen oder Einblick haben können – nie unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
Transparenz
Trainer:innen und Betreuer:innen die regelmäßig mit Kindern und Jugendlichen arbeiten legen dem Verein ein erweitertes Führungszeugnis vor. Das Zeugnis wird alle fünf Jahre erneuert.
Ergänzend erkennen alle Trainer:innen und Betreuer:innen den Ehrenkodex des Deutschen Olympischen Sportbundes an und bestätigen dies mit ihrer Unterschrift.
Wer ansprechbar ist
Für alle Fragen und Sorgen rund um den Kinderschutz gibt es eine feste Ansprechperson: Lars Brodersen, erreichbar im Verein und unter kinderschutz@cam-n.de. An ihn können sich Kinder, Eltern und Mitarbeitende jederzeit wenden.
Wenn ein Verdacht im Raum steht
Wir nehmen jeden Hinweis ernst – auch einen unsicheren – und gehen ihm nach. Kein Verdacht wird beiseitegeschoben. Dabei orientieren wir uns an ein paar Grundsätzen:
Zuerst zählt das Kind. Wer etwas mitbekommt oder anvertraut bekommt, hört zu, nimmt die Person ernst und verspricht nichts, was sich nicht halten lässt. Das Beobachtete wird sachlich an die Kinderschutz-Ansprechperson weitergegeben; sie verschafft sich einen Überblick und entscheidet über die nächsten Schritte.
Wir gehen mit größter Diskretion vor, ziehen keine voreiligen Schlüsse und schützen auch die beschuldigte Person vor Vorverurteilung. Stellt sich ein Verdacht als unbegründet heraus, sorgen wir dafür, dass sie ohne Nachteil weitermachen kann.
Wie wir das Konzept lebendig halten
Ein Schutzkonzept wirkt nur, wenn es gelebt und regelmäßig hinterfragt wird. Deshalb haben wir stets ein Auge darauf und überprüfen das geschriebene Konzept mindestens einmal im Jahr auf Aktualität. Was funktioniert, wo hakt es, was fehlt? Alle Mitglieder – vor allem die Kinder und Jugendlichen selbst – können jederzeit Rückmeldung geben, auf Wunsch auch anonym. Neue Erfahrungen und geänderte gesetzliche Vorgaben arbeiten wir laufend ein. Unsere Trainer:innen und Betreuer:innen werden regelmäßig sensibilisiert.
Version 2.4 · Stand 22.09.2026